Marokko - Hoher Atlas - DAV Ulm 30.Okt. – 05.Nov. 2017

Marokko - Hoher Atlas - DAV Ulm 30.Okt. – 05.Nov. 2017
Wo keine Erwartungen, da lauter Überraschungen Wo ein Berg, da auch ein Tal,
Wo ein heftiger Anstieg, da auch ein spektakulärer Trail Wo kein Regen, da viel Sonne und karges Land

Im Nordosten von Afrika, inmitten des Atlas-Gebirges, mit dem MTB über Trails und Pässe rollend, am Wegesrand die heimischen Berber lebend, staunte und schwitzte eine tolle DAV Truppe von 16 Ulmer Schwaben nicht schlecht über diese doch so große Vielfalt von Landschaften, Menschen, Begegnungen, Erlebnissen und Ereignissen im fernen Marokko. Selbst dem bescheidenen Schwaben entlockte dies einen kleinen Jubelschrei.
Ohne große Vorbereitungen begaben wir uns vertrauensvoll in die Hände unseres Guide`s Martin Länge, um uns in einer organisierten Reise des DAV in die afrikanischen Welten zu stürzen. Etwas verwirrt und doch erfreut fanden wir uns dann früh morgens um 3:30 Uhr in der ersten Unterkunft wieder.
Vorausgegangen war die verspätete Ankunft der Air Arabia in Marrakesch erst nach Mitternacht, ein überraschendes Begrüßungsmahl der Guides am Rande der Stadt und die anschließende Taxifahrt gen Atlasgebirge, Ankunft AMIZMIZ 3:00 Uhr am frühen Morgen.
Umso spektakulärer das morgendliche Erwachen im Marokkanischen Land, 20 Grad warme Sonne im November, die erste Begegnung mit dem marokkanischen Frühstück, bestehend aus duftendem Minztee, warmem Fladenbrot, Gewürzen und Streichkäse, die uns auch die nächsten Tage begleiten sollten.
Der Weg beginnt von unten, deshalb lag es wohl in der Natur der Sache, mit unseren geliehenen Cannondale-MTB-Bikes trotz der Ausgangshöhe von bereits 900m gleich in den ersten 20 km 1000 Höhenmeter bergauf ins erste Hochtal zu bewältigen. Abgelenkt von den vielen Eselkarren, Ziegenhirten und spektakulären Ausblicken ins Flachland erfreute uns am Spätnachmittag ein bereits von unseren marokkanischen Guides angerichtetes Mittagsmahl, die uns stets mit Geländewagen, geschickt versteckt, begleiteten.
Insbesondere im letzten Teil des Tages entstanden phantastische Farbenspiele durch die immer weiter sinkende Sonne, welche die vermeintlich trockenbraune Landschaft herrlich rot, gelb und orange glühend aufleuchten lies.
Wie wunderbar die ausgewählten Unterkünfte den Tag abschließen würden, duften wir schon am ersten Abend erfahren. Bekocht wiederum vom eigens mitgereisten Koch lernten wir auch die leckeren Gerichte, in den Tajine-Töpfen äußerst schmackhaft geschmort, kennen.
Fotos Tag 1
 


Der zweite Tag war mit der Querung von 4 kleineren Pässen und vielen Trail-Passagen von TINIRTE nach AGHBALOU geprägt. Uns wurde schnell klar, dass die anfänglich belächelten 40 Tageskilometer harte Arbeit werden sollten und den ganzen Tag in Anspruch nahmen. Eigentlich galt diese Erkenntnis für jeden Radtag. Das stetige Auf und Ab wurde immer wieder mit „Saddel nonder“ (dt: Sattel runter stellen) von unseren Kombi-Duo-Guides marokkanischen/ schwäbischen Ursprungs Lahsen und Martin angekündigt. Hinzukam, dass die vielen Steine und Dornen die Reifen aufs Äußerste beanspruchten und so manchen Stopp zwangsweise anordnen ließen.
Fotos Tag 2:

 

Der dritte Tag startete mit dem Erwachen am Morgen unter freien Himmel auf der Dachterrasse unserer Unterkunft, schallend geweckt durch den schreienden Muezzin. Geprägt war der Tag durch unendlich lange Trails über die karge und steinige Landschaft, selbst Tragepassagen kamen nicht zu kurz, entlohnt durch tolle Ein- und Ausblicke des verschieden farbigen Gesteines am Fuße des Atlas Gebirges.
Spätestens hier wurde einem klar, dass das Atlasgebirge Kondition und Geschicklichkeit erfordert, denn die Downhills waren stellenweise eine grandiose Herausforderung und ein abenteuerliches Erlebnis.
Nach der bescheidenen Übernachtung am Vortag war es am heutigen Abend die Luxusunterkunft mit grünster Gartenanlage und tiefblaustem Swimmingpool, die die abwechslungsreiche Reise mit vielen Überraschungen prägte.
Fotos Tag 3:


 

 

 

Tag 4 sollte uns über den ersten 2000m hohen Pass in Reichweite des TOUBKAL bringen, den mit 4167m höchsten Berg des Atlas Gebirges. Die Fahrt dorthin war geprägt durch spannende Straßen- Baustellen und kleine Dörfer, an dessen Wegesrand unzählige Kinder und Jugendliche uns bestaunend zujubelten.
Als Abschluss und eigenes Abenteuer zu zählen war die Fahrt mit dem marokkanischen Taxi durch enge Bergstraßen und Bergdörfer wie IMLIL zu unserer Unterkunft im 1900m hoch gelegenen Dorf AROUMD, das Touristikzentrum direkt am Fuße des TOUBKAL und gleichzeitig die Heimat unseres Guide Lahcen und seiner Verwandtschaft. So war es selbstverständlich, noch am späten Abend in einem Original Haman Bad die Muskeln entspannen zu lassen.
Fotos Tag 4:


Eine spektakuläre Abfahrt direkt von der Unterkunft aus, der Aufstieg auf den höchsten Pass auf 2355m und eine nicht enden wollende Trail-Abfahrt entlang des Flusses ließen uns am fünften Tag in der Stadt ASNI verstaubt ankommen. Der Tipp, manche Bärte beim örtlichen Barbier auf behutsame und äußerst gründliche Weise entfernen zu lassen, wurde zum speziellen Erlebnis dieses Tages.
Tag 5

 


Die Stadt ASNI ist charakterisiert durch den örtlichen Markt. Viele Bauern aus der Umgebung kommen mit schwer bepackten Eseln die staubigen Pisten entgegen, daher war am sechsten und letzten Reisetag der Anstieg auf das Abschluss-Plateau eine Reise in die Vergangenheit des Handels. Karge Landschaften und weite Blicke in Richtung der zurückliegenden 6 Tage erfüllten den einen oder anderen mit Demut über das Gesehene und Erlebte. Im Vergleich dazu sind die insgesamt 210 geradelten und geschobene Kilometer und 7.000 erklommene Höhenmeter in bis zu 30Grad warmen Temperaturen nur einfache Zahlen der Statistik.
So passte es wieder in das Gesamtbild, als beim Beladen der Räder auf die Busse am Rand der Hauptzufahrtsstraße uns nochmals 100 Schulkindern zujubelten und wir wieder in Richtung Marrakesch gekarrt wurden. Es war eine Art Kulturschock, inmitten der Altstadt von Marrakesch im Trubel und Wirrwarr der Menschen ausgeladen zu werden, um zu Fuß zu unserer letzten Unterkunft zu gelangen.
Fotos Tag 6:

 


Nach der Ruhe und Friedlichkeit der Menschen und den einsamen Landschaften der vergangenen Tage war es spannend zu erleben, welch Umtriebig- und Aufdringlichkeit dem Teilnehmer in Marrakesch entgegenschlug. Gewürze, Düfte, Tees und Assesoires aller Art betörten die Sinne und wurden entsprechend angepriesen, für den sparsamen Schwaben war es ein besonderes Erlebnis mit Händlern und Verkäufern um den Preis zu feilschen. So entpuppte sich auch unsere Unterkunft inmitten des Trubels als Oase der Ruhe. Der weite Ausblick von unserer Dachterasse über die Dächer der Altstadt ließ die Gedanken über das Erlebte etwas zur Ruhe zu kommen und neue Pläne für weitere Reisen im spannenden Marokko entstehen.
Fotos Tag 7:

Featured Tours

Featured Packages